Die Antwort

Wo bleibt die Antwort
wenn niemand eine Frage stellt?
Die Antwort kennt nur der Wind?
Aber wer
hat dem Wind die Frage gestellt?
Und wie lautet diese Frage?
Und hören wir die Antwort auch
wenn der Wind sie
von uns wegbläst?
Selbst wenn wir
dem Wind
die Frage stellen
ist die Antwort weit weg
hören wir dann
die Antworten
von weit entfernt gestellten Fragen?
Sind das aber auch
unsere Antworten?
Und
was sollen die Anderen
mit unseren Antworten anfangen?
– wenn sie die Fragen nicht kennen
– wenn es nicht ihre Fragen sind

Diese Kraft in mir
ungebändigt sucht sie ihren Weg
will raus,
um alles zu zerreßen.
Will nicht zerstören,
auch nicht morden.
Sucht die Möglichkeit,
sich zu entfalten.
Zerreißen will sie Altes
– die Ketten,
die sie hielten.
Bahnt sich den Weg
durch morsches Unterholz,
dem Licht entgegen.
Und immer weiter
treibt die Kraft sich selber an,
will nichts verschleiern,
sondern öffnen.
Bringt alles zu dem Licht hinauf,
damit es leuchtet,
damit es brennt,
damit auch Schlechtes noch
zu etwas Gutem wird.

Versuche
die Widersprüche
in dir
nicht zu verdammen.

Es ist dein Weg,
den du gehst,
auch wenn du meinst,
dich gerade
auf einem anderen
auf einem falschen
aufzuhalten
und
du traurig bist
darüber.

Wenn deine Tränen trocknen
und deine Augen
klar werden,
wirst du sehen
und erkennen:
Dir wird nicht geschenen
egal,
wo du
bei dir bist.

Zeit?

Wo ist nur die Zeit geblieben
eben war sie noch da
und schon ist sie vergangen
aber wohin?
Selbst in den Geschichtsbüchern
taucht sie nicht mehr auf.
Und was ist mit den Märchen?
Es war einmal...
ist damit die Zeit gemeint?
Es war einmal die Zeit?
Wenn ja
so ist die Zeit ein Märchen
aber,
sind Märchen wahr?
Und was ist mit der Zeit?
Ist sie wahr?
Wozu brauchen wir dann Zeit,
wenn sie nicht wahr ist
wenn sie eine Lüge ist?
Umgeben wir uns um so gerner
mit Lügen
als mit
der Wahrheit?
Oder sagen wir
In Wahrheit ist die Zeit
eine Lüge?!

Wie oft hast du mich verlassen
warst nicht da
wenn ich dich brauchte.
In Todesangst
ohne eine Hand
ohne eine Stimme
die mich tröstete
mir beistand.

Du bist einfach weggegangen
denn ich war dir nicht wichtig.
Ich war auf mich allein
gestellt
ohne zu wissen
wie es geht.
Ich war allein
und schrie
und es war
die einzige Möglichkeit
mich auszudrücken,
denn ich war erst ganz kurz hier
auf dieser Welt.

Diese Traurigkeit
in mir,
ganz nah liegt sie
an meinem Tränensee,
an all den Tränen,
die ich nie geweint.
Still liegt der See,
zum überlaufen voll.
Ich steh davor
und schau ihn an.
Ich bin allein
und
alles ist ruhig
in mir.
Die Traurigkeit tut gut
und wie gerne
würde ich mich hingeben
in die Traurigkeit,
in diesen See,
in meine Seele,
in mich.

Wie lange habe ich
mein Herz
nicht mehr gespürt
nicht mehr gehört
Wie lange klopft es nicht
an meinem Hals
in meinem Ohr
Ich habe es vergessen
es verdrängt
Ich habe auch die Angst
vergessen
Angst und Herz
waren nicht mehr
in mir.Zu viel war geschehen
in meinen frühen Jahren
zu viel Schmerz
zuviel Angst
zuviel Herz
und heute
habe ich Angst
wenn mein Herz schlägt
wenn ich es fühle
es höre
dabei will es mir doch nur sagen
Ich schlage für dich
damit DU lebst.

Wie schön war es
für mich,
in deine Arme
zu sinken.
In die Arme
eines Menschen,
der als Einziger
mich gesehen hat,
in all den Jahren
als du noch lebtest.
Ich konnte sein
in den Wenigen Wochen,
die wir zusammen waren.
Alles was ich tat
war in Ordnung,
war gut,
war schön.
Wie vermisse ich dich
Wie vermisse ich
die Zeit mit dir.
Es war die schönste Zeit
in meiner Kindheit.

Du bist verrückt
das
habe ich oft gehört,
wenn ich
von ihrer Norm
abgewichen bin,
wenn ich nicht mehr
ihrer Norm
entsprach,
wenn ich nicht mehr
so funktionierte
wie sie es von mir
verlangten.
Du bist verrückt.
Und für mich
war es
ein Schimpfwort.Ich bin verrückt
und ich bin froh darüber,
dass ich
nicht mehr
an der selben
Stelle
stehe.

Hoffnung
Immer und immer wieder
jedesmal das Gleiche
und das
zum Wiederholten mal.
Jedes mal der gleiche Satz.
Jedes mal das gleiche Gefühl.
Jedes mal die gleiche Tat
und immer wieder
gegen die Wand,
und wenn du glaubst
angekommen zu sein,
fängst du
Sekunden später
wieder von vorne an
und immer wieder von vorne,
mit anderen Worten
mit einem anderen Gefühl
und mit anderen Taten,
bis zum nächsten mal,
wenn du wieder glaubst,
durchgedrungen zu sein
durch die Wand
...

Und dann
hörst du irgendwann auf ...

hoffentlich!

Ich klage dich an:

DU hast meine Gefühle verletzt.
Ich kann nicht mehr schlafen,
weil DU so böse zu mir bist.
Mir geht es schlecht,
weil DU so undankbar bist.
DU bist schuld,
wenn ich jetzt sterbe.
Mir ist langweilig,
weil DU mich nicht mehr unterhälst.
Ich muss mich jetzt aushalten,
weil DU nicht mehr kommst.
Ich bin unsicher,
weil DU dich veränderst.
Ich habe Angst,
weil DU dich lebst.
DU machst mich krank,
weil DU nicht mehr so bist,
wie ich dich haben will.

Ich verfluche Dich,
weil DU die Hand gegen mich erhebst.

Wie surreale Marionetten
stehen diese Menschen
mitten in der Wüste.
Fadenlos schauen alle dorthin,
woher ich gekommen bin.
Niemand macht sich
auch nur die Mühe,
den Blick dahin zu wenden,
wohin ich gegangen bin.
Diese Menschen,
Menschen meiner Vergangenheit
Menschen genannt Familie.
Bewegungslos,
zu Statuen verkommen
und keiner Regung fähig.
Und nichts sieht anders aus,
nichts ist anders
als damals.
In ihrer Starrheit
liegt für mich Erkennen.
Erkennen ihrer Person.